Die Netz-Revolution – wie der neue Mobilfunkstandard 5G den Alltag verändern wird

5G ermöglicht revolutionäre Geschäftsmodelle. Gelingt es Deutschland, mit dem Schub des Mobilfunkstandards seinen digitalen Rückstand aufzuholen?

Die Netz-Revolution – wie der neue Mobilfunkstandard 5G den Alltag verändern wird
Bild: Handelsblatt

Warum dieser Artikel zählt

Wir schreiben 2018. In einem schmucklosen Bürogebäude in Mainz – Mitarbeitende nennen es „den Bunker“ – bereitet die Bundesnetzagentur eine Versteigerung vor, die den Rahmen für die nächste digitale Dekade setzen wird. Die 5G-Auktion. 18 Jahre zuvor brachte die UMTS-Auktion im selben Gebäude 50,8 Milliarden Euro ein und ebnete den Weg für das mobile Internet und das iPhone. Die Frage jetzt: Kann 5G denselben wirtschaftlichen Schub auslösen? Und gelingt es Deutschland, mit der neuen Netz-Revolution seinen digitalen Rückstand aufzuholen?

Was 5G ändern wird

Die neue Mobilfunkgeneration verspricht drei Sprünge: höhere Geschwindigkeit, mehr gleichzeitig verbundene Geräte und – das wichtigste Merkmal – kurze Latenzzeiten im Millisekundenbereich. Das öffnet Anwendungsfelder, die mit 4G nicht möglich waren: autonomes Fahren, vernetzte Produktion, Fernsteuerung von Maschinen, Telemedizin in Echtzeit. Die Industrie hofft auf einen produktivitätssprung, die Städte auf intelligente Verkehrssysteme, die Gesundheitsversorgung auf neue Diagnostik-Möglichkeiten.

Die deutsche Ausgangslage

Deutschland ist bei mobiler Netzabdeckung im internationalen Vergleich hinten. 4G-Funklöcher auf dem Land, langsames Festnetz in vielen Regionen. Die Bundesregierung will mit 5G den Sprung nach vorne schaffen und den Leitmarkt für industrielle Anwendungen aufbauen. Der Plan ist ambitioniert. Die Frage ist, ob das Land die nötige Glasfaser-Infrastruktur schnell genug ausbaut. Ohne Glasfaser als Rückgrat bleibt 5G bloße Verheißung.

Die Milliarden und die Spielregeln

Die 5G-Auktion im Frühjahr 2019 wird über zentrale Weichenstellungen entscheiden: Wie viele Netzbetreiber gibt es künftig in Deutschland? Wie streng werden die Ausbauauflagen? Und wer bekommt Zugang zu den sogenannten Campus-Netzen für Industrieunternehmen? Davon hängt ab, ob 5G für Siemens, Volkswagen oder Bosch zur echten Wettbewerbschance wird – oder zur enttäuschten Hoffnung. Die Bundesnetzagentur sitzt wieder in ihrem Bunker und legt die Spielregeln fest. Wie 1999. Nur die Einsätze sind dieses Mal höher.

Die ganze Geschichte habe ich zusammen mit Daniel Delhaes, Thomas Jahn, Ina Karabasz und Martin Kölling für das Handelsblatt aufgeschrieben. Hier bekommen Sie einen ersten Eindruck.

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