5G-Frequenzauktion Mainz 2019
In einem abgeriegelten Bürogebäude in Mainz beginnt die Auktion der Frequenzen für das 5G-Netz – streng geheim und mit Milliarden im Spiel.
Die 5G-Frequenzauktion hat begonnen. In einem abgeriegelten, streng bewachten Bürogebäude in Mainz – am selben Ort, an dem im Jahr 2000 die UMTS-Auktion 50,8 Milliarden Euro einbrachte – bieten Deutsche Telekom, Vodafone, Telefónica und 1&1 Drillisch um die Funkfrequenzen, die Deutschlands mobile Zukunft bestimmen werden.
Warum diese Auktion zählt
5G verspricht Datenübertragung nahezu in Echtzeit. Die Industrie braucht das Netz, um Maschinen zu vernetzen und „Industrie 4.0” weltweit zu vermarkten. Wer die besten Frequenzblöcke ersteigert, verschafft sich einen strategischen Vorsprung – beim Netzausbau, bei Firmenkunden, bei der Abdeckung ländlicher Regionen. Die Bundesregierung will, dass Deutschland in der Technologie Leitmarkt wird.
Wie das Verfahren funktioniert
Die Bundesnetzagentur hat das Spektrum in 41 Blöcke aufgeteilt. Die zugelassenen Bieter geben gleichzeitig Gebote ab. Für jeden Block gelten Mindestgebote zwischen 1,7 und fünf Millionen Euro. Das Verfahren wird sich über Wochen hinziehen – unter strengster Geheimhaltung. Fensterscheiben sind mit Spezialfolien bespannt, Mobiltelefone müssen am Eingang abgegeben werden, abends werden die Räume versiegelt. Experten des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik haben das Gebäude abhörsicher umgebaut.
Was auf dem Spiel steht
Am Ende stehen die Startbedingungen für Deutschlands 5G-Ära fest: Welcher Netzbetreiber bekommt welches Spektrum – und welche Ausbauverpflichtungen er dafür akzeptiert. Für den Newcomer 1&1 Drillisch ist es die Chance, erstmals ein eigenes Netz aufzubauen. Für die etablierten Anbieter geht es darum, ihre Marktposition zu verteidigen.