Amy Webb: „KI wird so groß wie die Dampfmaschine"
Zukunftsforscherin Amy Webb über die fünf wichtigsten Tech-Trends 2023 – von ChatGPT über Gentherapie bis zu neuromorphen Chips. Im Disrupt-Podcast und im Handelsblatt.
Warum dieses Gespräch zählt
Amy Webb gehört zu den wichtigsten Trendforscherinnen der Welt. Ihr Future Today Institute berät Führungskräfte und Konzerne überall auf der Welt. Jedes Jahr stellt sie auf der Technologiemesse South by Southwest (SXSW) in Austin ihre Prognosen vor – und die Fachwelt hört zu. Im Handelsblatt-Interview gibt Webb exklusiv Einblicke in ihre fünf wichtigsten Tech-Trends für 2023.
Die zentrale These
„KI wird eine so große Veränderung wie die Erfindung der Dampfmaschine bringen”, sagt Webb. Anders als bei Kryptowährungen oder dem Metaversum werde die Technologie diesmal nicht von der Realität eingeholt. Im Gegenteil: ChatGPT, Gentherapien und neuromorphe Chips – Computer mit künstlichen Nervenzellen – verändern bereits jetzt nahezu alle Branchen.
Was die KI-Revolution anders macht
Die Umwälzung verläuft nicht so, wie viele erwartet haben. Nicht einfache manuelle Tätigkeiten werden zuerst ersetzt – sondern Arbeit, in der es um Wissen, Sprache und Kreativität geht. Mehr als 150 Start-ups versuchen allein im Silicon Valley, KI in neue Geschäftsmodelle zu übersetzen. Wagniskapitalgeber wetteifern darum, den Boom mitzufinanzieren. Microsoft spielt dabei als größter Investor von OpenAI eine besondere Rolle.
Fünf Trends, die Webb identifiziert
ChatGPT und große Sprachmodelle durchdringen alle Branchen. Gentherapie wird für breitere Anwendungen zugänglich. Neuromorphe Chips ahmen das menschliche Gehirn nach. Generative KI verändert kreative Berufe. Und die Machtkonzentration bei wenigen Tech-Konzernen beschleunigt sich. Im Disrupt-Podcast sprechen wir eine knappe Stunde über diese Entwicklungen – und über Webbs Bild von Elon Musk.