25 Jahre Telekom-Börsengang: Warum die T-Aktie ausgerechnet jetzt steigen könnte

Vor 25 Jahren feierte die Telekom ihr Börsendebüt. Es folgte ein rasanter Aufstieg und ein tiefer Fall. Wie schätzen Analysten das Papier heute ein?

25 Jahre Telekom-Börsengang: Warum die T-Aktie ausgerechnet jetzt steigen könnte
Bild: Stephan Scheuer

Warum dieser Artikel zählt

Am 18. November 1996 ging die Telekom an die Börse. Manfred Krug pries die Volksaktie in der Tatort-Pause, 1,9 Millionen Deutsche zeichneten. Ron Sommer versprach: „Die T-Aktie wird so sicher wie eine vererbbare Zusatzrente sein.“ Zunächst ging der Plan auf – der Kurs erreichte am 6. März 2000 sein Rekordhoch von 103,50 Euro. Dann kam der Absturz. Heute, 25 Jahre später, lässt die Telekom den Geburtstag still verstreichen. Kein Fest, keine große Rückschau. Die Geschichte der T-Aktie ist bis heute ein Trauma deutscher Börsenkultur.

Die Geschichte des Schadens

Kleinaktionäre rebellieren bis heute auf Hauptversammlungen. Viele hatten ihre Ersparnisse in die Aktie gesteckt – und mussten zusehen, wie der Kurs um mehr als 90 Prozent einbrach. Zwei Tranchen hatte die Telekom platziert: die erste zu umgerechnet 14,31 Euro, die zweite 1999 zu 39,50 Euro. Wer 2000 einstieg, hat bis heute Verluste eingefahren. Die Volksaktie wurde zum Symbol für das gescheiterte Versprechen, Deutsche könnten zu Aktionären werden.

Warum der Kurs jetzt steigen könnte

2021 war der Zeitpunkt, an dem viele Analysten umdachten. Die Integration der US-Tochter T-Mobile US nach der Sprint-Übernahme zahlt sich aus. Der Konzern wächst in Nordamerika dynamisch, die deutsche Kernbilanz stabilisiert sich. Die Dividende ist verlässlich. Und die langfristige Bewertung wirkt günstig – im Vergleich zu vielen anderen Dax-Werten ist die T-Aktie historisch niedrig bewertet.

Was Anleger beachten sollten

Die T-Aktie wird nie wieder das werden, was sie in den Goldjahren war: eine Wachstumsstory, eine Kultaktie, eine Volksaktie im engeren Sinn. Sie kann aber wieder das werden, was Telekomaktien traditionell sind: eine solide Dividenden-Anlage mit moderatem Kurspotential. Wer auf T-Mobile US setzt, setzt auf amerikanisches Wachstum. Wer auf die Telekom als Gesamtkonzern setzt, setzt auf einen stabilen Mischkonzern. Beides ist 2021 vernünftiger, als es 1996 das Versprechen der Volksaktie war.

Den vollständigen Text habe ich für das Handelsblatt geschrieben. Hier bekommen Sie einen ersten Eindruck.

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