Datenabgleich durch Augen-Scan: ChatGPT-Erschaffer Sam Altman will die Menschheit kartografieren
Schon lange ist der Gründer von OpenAI eine Schlüsselfigur im Silicon Valley. ChatGPT hat ihn nun zur Ikone gemacht. Altman bekommt es mit prominenten Kritikern zu tun – aufhalten kann ihn das nicht.

Warum dieser Artikel zählt
Sam Altman hat mit OpenAI den KI-Boom ausgelöst. Jetzt kommt sein nächstes Großprojekt ins Blickfeld: Worldcoin. Ein Unternehmen, das die Iris von acht Milliarden Menschen scannen will, als Grundlage für eine globale Digitalwährung und ein bedingungsloses Grundeinkommen. Die Idee ist so wild, dass sie selbst im technikgläubigen Silicon Valley für Staunen sorgt. Altman selbst bekommt es mit prominenten Kritikern zu tun – darunter Tesla-Chef Elon Musk. Aufhalten kann ihn das offenbar nicht.
Wer Altman ist
Auf Konferenzen mit Microsoft-Chef Satya Nadella steht Altman inzwischen als eigentlicher Star auf der Bühne. ChatGPT schreibt Anschreiben, DALL-E produziert fotorealistische Bilder, Whisper übersetzt Sprache. Altman ist 37 Jahre alt und steht vor der Frage, die viele Tech-Gründer vor ihm umgetrieben hat: Was kommt nach dem ersten Milliardenerfolg? Bei ihm lautet die Antwort offenbar: noch größer denken.
Die Debatte um die Gefahren
Altmans Kritiker werfen ihm vor, die Risiken der KI-Entwicklung zu unterschätzen. Elon Musk hat einen offenen Brief mitunterzeichnet, der eine Forschungspause fordert. Italiens Datenschutzbehörde hat ChatGPT zeitweise gesperrt. Altman hat darauf eine Doppelstrategie: Einerseits fordert er selbst eine internationale Regulierungsbehörde nach Vorbild der Atomenergiebehörde. Andererseits beschleunigt er die Entwicklung, auch mit Worldcoin – und liefert damit neue Angriffsflächen.
Was Worldcoin verspricht
Das Versprechen ist groß: Wenn KI-Systeme bald nicht mehr von Menschen zu unterscheiden sind, braucht das Internet einen Identitätsnachweis, der fälschungssicher ist. Der Iris-Scan soll das leisten. Gleichzeitig soll Worldcoin eine Kryptowährung sein, die Menschen in aller Welt auszahlt – als Vorbereitung auf eine Gesellschaft, in der KI viele Jobs übernimmt. Kritiker sehen in der biometrischen Datensammlung einen Datenschutz-Albtraum. Die Frage ist: Wie viel Risiko lässt sich rechtfertigen, wenn das Versprechen so groß ist?
Den vollständigen Text habe ich für das Handelsblatt geschrieben. Hier bekommen Sie einen ersten Eindruck.