Wie Donald Trump China und Deutschland zusammen bringt

Der US-Präsident Donald Trump wirft alle Bündnisse über Bord. Das bringt Deutschland und China näher zusammen.

Der US-Präsident Donald Trump wirft alle Bündnisse über Bord. Das bringt Deutschland und China näher zusammen. Handelsblatt-Korrespondent Stephan Scheuer beschreibt die neuen Strategien


Hintergrund

Die Reportage entstand in den ersten Wochen nach Donald Trumps Amtsantritt im Januar 2017. Mit dem Ausstieg aus dem transpazifischen Freihandelsabkommen TPP, dem Rückzug aus dem Pariser Klimaabkommen und der Ankündigung neuer Zölle stellte der US-Präsident die bisherige Rolle der Vereinigten Staaten als Hüter der regelbasierten Weltordnung in Frage. Für Peking war das ein strategisches Geschenk.

Chinas Präsident Xi Jinping nutzte die Gelegenheit, sich beim Weltwirtschaftsforum in Davos 2017 als neuer Fürsprecher des Freihandels zu präsentieren – eine rhetorische Wendung, die bis dahin undenkbar gewesen wäre. Gleichzeitig beschleunigte sich die Neue Seidenstraße, Chinas globales Infrastrukturprogramm, und die Volksrepublik warb gezielt um europäische Partner. Deutsche Konzerne wie Volkswagen, BASF oder Siemens vertieften in dieser Phase ihre Präsenz in China.

In den Jahren nach der Reportage hat sich die Lage grundlegend verschoben. Trump verhängte ab 2018 Zölle auf chinesische Importe in Höhe von hunderten Milliarden Dollar – das war der Beginn eines offenen Handelskriegs. Die Biden-Regierung baute die Technologie-Exportkontrollen systematisch weiter aus: Halbleiter-Ausrüstung, KI-Chips und zuletzt auch Investitionsrestriktionen werden seitdem genutzt, um Chinas technologischen Aufstieg zu bremsen. 2025 kehrte Trump zurück ins Weiße Haus – und kündigte weitere, deutlich höhere Zölle an.

Deutschland hat sich in dieser Gemengelage nie komfortabel positionieren können. Die Automobilindustrie erzielt einen erheblichen Teil ihrer Gewinne in China, der Maschinenbau liefert massiv in die Volksrepublik, die Chemiebranche investiert in chinesische Werke. Gleichzeitig wächst der Druck aus Washington, sich aus kritischen Technologiefeldern zu entkoppeln. Die Bundesregierung hat 2023 ihre erste China-Strategie vorgelegt – der Versuch, zwischen den Blöcken einen eigenen Weg zu finden, ohne den Zugang zum wichtigsten Exportmarkt zu verlieren.

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