Die dunkle Seite von Microsoft – Marktmacht sorgt für immer mehr Kritik
Microsoft wurde durch KI zum wertvollsten Unternehmen der Welt. Regulierungsbehörden, Partner und Kunden beobachten den Konzern jedoch zunehmend kritisch, wie ein aktuelles Verfahren zeigt.

Warum dieser Artikel zählt
Apple, Amazon, Alphabet, Meta – sie alle haben sich in den vergangenen Jahren Kartellverfahren eingefangen. Microsoft nicht. Der Konzern aus Redmond hat jahrelang mit einem Image aus Partnerschaftsrhetorik, Open-Source-Gesten und politischem Fingerspitzengefühl regiert. Diese Woche hat die EU-Kommission dem Softwarehersteller einen Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht vorgeworfen. Der Schutzschild hat Risse bekommen.
Der Teams-Fall
Auslöser ist die Bündelung des Kommunikationsdienstes Teams mit der Bürosoftware Office. Konkurrenten wie Slack sehen darin einen unfairen Wettbewerbsvorteil. In der Branche ziehen einige den Vergleich zu den 1990er-Jahren, als Microsoft den Internet Explorer vorinstalliert hatte und damit Netscape aus dem Markt drängte. Der Vorgang führte damals zu einem der härtesten Kartellverfahren der US-Geschichte und zur zeitweise diskutierten Zerschlagung des Konzerns.
Der Unterschied zu damals
Heute liefert Microsoft mit Windows, Office und der Cloud-Plattform Azure digitale Basis-Infrastruktur für Wirtschaft und Staat. Hinzu kommt die KI-Partnerschaft mit OpenAI – Microsoft ist in dieser Schlüsseltechnologie der dominante Anbieter für Unternehmen. Der Börsenwert: fast 3,4 Billionen Dollar. So viel war noch kein Konzern der Welt wert. Die Frage ist: Nutzt dieser Konzern wieder Taktiken aus früheren Zeiten, um seine Dominanz zu übertragen? Oder gelingt es Satya Nadella, die Machtfrage anders zu beantworten als seine Vorgänger Gates und Ballmer?
Wo der Stimmungsumschwung herkommt
Die Kritik kommt nicht nur aus Brüssel. Partner berichten von Druck bei Cloud-Verträgen, Kunden von schwer durchschaubaren Lizenzmodellen, Regulierungsbehörden in mehreren Ländern prüfen Microsofts Praktiken. Microsoft-Präsident Brad Smith, der den politischen Dialog führt, hat bereits „Lösungen für die Bedenken“ der Kartellwächter in Aussicht gestellt. Das Handelsblatt zeichnet den Stimmungsumschwung in drei Feldern nach.
Die ganze Geschichte habe ich zusammen mit Felix Holtermann und Christof Kerkmann für das Handelsblatt aufgeschrieben. Hier bekommen Sie einen ersten Eindruck.