Eine Reise über Chinas große Mauer

Sie ist das Wahrzeichen der Volksrepublik: Die Große Mauer von China. Unser Korrespondent Stephan Scheuer nimmt Sie mit in die Nähe des Dorfes Yunling,

Sie ist das Wahrzeichen der Volksrepublik: Die Große Mauer von China. Unser Korrespondent Stephan Scheuer nimmt Sie mit in die Nähe des Dorfes Yunling, auf eine Tour zu den alten Teilen des beeindruckenden Bauwerks.


Hintergrund

Die Chinesische Mauer zieht sich über mehr als 21.000 Kilometer durch den Norden des Landes – von der Bohai-Bucht im Osten bis in die Wüste Gobi im Westen. Nur ein kleiner Teil ist restauriert und touristisch erschlossen; der überwiegende Teil ist verfallen oder von Büschen überwuchert. Die meisten Reisenden sehen nur Badaling oder Mutianyu – die beiden nahe Peking gelegenen Abschnitte, die seit den 1950er-Jahren als Touristenziele ausgebaut wurden.

Die Reportage führt in weniger bekannte Abschnitte abseits dieser Massenziele. Solche Gebiete – Jinshanling, Simatai oder die „Wilde Mauer" bei Jiankou – zeigen die Mauer in ihrem Originalzustand: bröckelnde Ziegel, eingesunkene Türme, Steine, die ganze Generationen überdauert haben. Für viele Reisende sind genau diese unrestaurierten Abschnitte das eindrucksvollere Erlebnis.

Die Mauer war nie ein einziges zusammenhängendes Bauwerk, sondern ein über zwei Jahrtausende wachsendes Netz von Befestigungsanlagen verschiedener Dynastien. Der größte Teil dessen, was wir heute sehen, stammt aus der Ming-Zeit (1368 bis 1644) – gebaut, um die chinesischen Kernlande vor den Mongolen im Norden zu schützen. Ironischerweise konnten die Mongolen-Nachfolger, die Mandschu, die Mauer später einfach umgehen, weil ein chinesischer General ihnen die entscheidende Passage öffnete.

Seit 1987 ist die Mauer UNESCO-Welterbe. Peking hat in den vergangenen Jahren die Restaurierungsarbeiten intensiviert und versucht, den Tourismus zu steuern – auch mit dem Ziel, die Mauer international weiter als kulturelles Aushängeschild zu etablieren. Gleichzeitig bleibt ein großer Teil der Anlage ungeschützt. Lokale Bauern nutzten historische Mauerziegel jahrzehntelang als Baumaterial; Erosion und unbefugte Eingriffe zerstören weiterhin Abschnitte, die für die Zeitgeschichte unschätzbar wären.

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