Ein Jahr nach der Milliardenauktion: So steht es um das deutsche 5G-Netz

6,5 Milliarden Euro haben Telekom, Vodafone, Telefónica und 1&1 Drillisch für die 5G-Frequenzen bezahlt. Sie liefern sich ein Wettrennen um den Netzaufbau – erste Ziele sind in Reichweite.

Ein Jahr nach der Milliardenauktion: So steht es um das deutsche 5G-Netz
Bild: Stephan Scheuer

Warum dieser Artikel zählt

Ein Jahr nach der 5G-Frequenzauktion in Mainz ist es Zeit für eine Bestandsaufnahme. 6,5 Milliarden Euro haben Deutsche Telekom, Vodafone, Telefónica und 1&1 Drillisch bezahlt, um Zugang zu dem Zukunftsnetz zu bekommen. Jetzt beginnt die Phase des massiven Ausbaus. Wer hat bisher geliefert? Wer hinkt hinterher? Und wann wird 5G für Konsumentinnen und Konsumenten tatsächlich verfügbar? Das Handelsblatt hat den Stand aller vier Netzbetreiber analysiert.

Die Ausgangslage

Die Auflagen sind streng. Alle Autobahnen und Bahnverbindungen müssen mit 5G versorgt werden. Der Präsident der Bundesnetzagentur, Jochen Homann, kündigt engmaschige Kontrollen an: „Wir werden die Umsetzung der Versorgungsauflagen genau überwachen.“ Bei der letzten Frequenzauktion 2015 blieben trotz Auflagen viele Funklöcher – das soll sich nicht wiederholen. Aber der Druck auf die Konzerne ist groß: Sie müssen neben den Frequenzgebühren Milliarden in Antennen, Glasfaser-Zuleitungen und neue Funkstandorte investieren.

Wer führt, wer hinkt

Die Telekom liegt vorne. Zum Zeitpunkt der Bestandsaufnahme hat der Bonner Konzern die meisten 5G-Standorte in Betrieb. Vodafone zieht nach. Telefónica konzentriert sich auf Ballungsräume. 1&1 Drillisch ist Nachzügler und muss sein Netz komplett neu aufbauen – eine Mammutaufgabe mit hohem Risiko. Die Kluft zwischen den Netzbetreibern könnte sich in den kommenden Jahren weiter vergrößern. Wer bei 5G früh liefert, gewinnt Marktanteile.

Was die Technologie verspricht

5G ist nicht nur schnelleres Mobilfunknetz. Die geringe Latenz – also die extrem kurze Reaktionszeit zwischen Sender und Empfänger – macht neue Anwendungen möglich: vernetzte Produktion, autonomes Fahren, Industrie-4.0-Szenarien. Gerade die deutsche Industrie wartet darauf, ihre Produktion zu digitalisieren. Die Frage ist, ob Deutschland das Versprechen einlöst, Leitmarkt für 5G zu werden – oder ob andere Länder schneller sind, während in Deutschland die Netze zu langsam ausgebaut werden.

Den vollständigen Text habe ich für das Handelsblatt geschrieben. Hier bekommen Sie einen ersten Eindruck.

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