Die Rekordbilanz der Deutschen Telekom hat zwei Schwachstellen
Der Dax-Konzern glänzt mit starken Umsatzzahlen und einer Rekorddividende. Doch zwei Faktoren in der Bilanz werfen Schatten. Sieben Grafiken klären auf.

Warum dieser Artikel zählt
Die Deutsche Telekom steht an der Börse so stark da wie seit zwei Jahrzehnten nicht mehr. Rund elf Prozent Plus allein seit Jahresanfang 2025, die höchste Dividende der Konzerngeschichte wird ausgeschüttet, die US-Tochter T-Mobile ist der wertvollste Telekommunikationskonzern der Welt. Timotheus Höttges hat eine beeindruckende Bilanz. Und doch offenbart die Analyse der Zahlen zwei strukturelle Schwachstellen, die bei all dem Jubel leicht übersehen werden.
Die erste Schwachstelle: USA-Abhängigkeit
Rund zwei Drittel des Umsatzes und zwei Drittel des Betriebsgewinns entfallen auf T-Mobile US. Das ist beeindruckend, solange es läuft. Aber es bedeutet auch: Die Telekom ist faktisch ein US-Unternehmen mit deutschem Hauptsitz. In Zeiten einer erratischen Trump-Administration, möglicher Zolldrohungen, wankender Zinspolitik und geopolitischer Verwerfungen ist diese Konzentration ein Risiko. Ein regulatorischer Eingriff in den USA könnte den Konzern härter treffen als jede Wechselkursschwankung.
Die zweite Schwachstelle: der deutsche Markt
Zuhause wächst die Telekom langsamer als erhofft. Der Wettbewerber 1&1 baut mit Milliardeninvestitionen ein eigenes Mobilfunknetz. Vodafone steigt mit neuen Angeboten in den Glasfasermarkt ein. Gleichzeitig hinkt der Ausbau in Deutschland weiter hinter Plan. Für den Kernmarkt heißt das: Die Margen stehen unter Druck, und das zu einem Zeitpunkt, in dem die Telekom dringend Investitionskapital für die nächste Infrastrukturgeneration bräuchte.
Was Aktionäre wissen sollten
Rekorddividende und Aktienrückkäufe sind kurzfristig attraktiv. Langfristig braucht die Telekom aber eine stärkere europäische Basis, vor allem im Heimatmarkt. Die Konzentration auf die USA ist nicht gleichzusetzen mit nachhaltigem Wachstum. Ein zweites Standbein in Europa – über Konsolidierung, Beteiligungen oder organisches Wachstum – wäre strategisch geboten. Die Frage ist, ob Höttges das in seiner verbleibenden Amtszeit noch angeht. Sieben Grafiken zeichnen die Schwachstellen im Handelsblatt nach.
Den vollständigen Text habe ich für das Handelsblatt geschrieben. Hier bekommen Sie einen ersten Eindruck.