Milliardenmarkt oder Milliardengrab? Was das Metaverse wirklich kann

Die Verschmelzung von realer und digitaler Welt bietet faszinierende Möglichkeiten. Konzerne wie Meta investieren Milliarden. Doch manche Erwartung wird enttäuscht werden.

Milliardenmarkt oder Milliardengrab? Was das Metaverse wirklich kann
Bild: Handelsblatt

Warum dieser Artikel zählt

Eine zweistöckige Villa mit Pool, Strand, Leuchtturm – für 450.000 Dollar. Kein Stein gemauert, kein Holz verbaut. Die Villa existiert nur in einer virtuellen Welt. Mark Zuckerberg hat seinen Konzern in Meta umbenannt, Microsoft investiert, Firmen wie The Sandbox und Decentraland verkaufen Grundstücke für Hunderte Millionen Dollar. 2021 wurden virtuelle Parzellen im Wert von über 500 Millionen Dollar gehandelt. Doch hinter dem Hype stellen sich nüchterne Fragen: Was wird aus dem Metaverse wirklich? Und wer verdient daran Geld?

Der Hype und die Realität

Neal Stephenson, der Science-Fiction-Autor, hat den Begriff Metaverse vor dreißig Jahren geprägt. Heute hat er offenbar wenig Lust, selbst eine Villa darin zu kaufen. Der Grund: Viele der aktuellen Metaverse-Projekte sind eher Spekulationsobjekte als nutzbare Räume. Die Technologie ist noch nicht reif, die Nutzererlebnisse sind grob, die VR-Brillen zu unhandlich. Wer heute ins Metaverse investiert, wettet auf eine Zukunft, die sich erst in mehreren Jahren zeigen wird – vielleicht.

Wo sich wirklich Geld verdienen lässt

Konkreter als virtuelle Immobilien sind die Anwendungsfelder, die bereits funktionieren: industrielle Digital Twins (Siemens baut Fabriken zuerst virtuell), Ausbildung (Chirurgie an virtuellen Patienten), Architektur (begehbare Gebäudemodelle vor Baubeginn), Unterhaltung (Konzerte in virtuellen Arenen). Diese Felder werden wachsen. Das Metaverse als persönlicher Rückzugsraum dagegen wird langsamer kommen, als viele glauben.

Was Anleger wissen müssen

Das Metaverse wird groß werden. Aber auf dem Weg dorthin wird es zum Hype, der Erwartungen enttäuscht – so wie die meisten großen Innovationen aus dem Silicon Valley. Das Internet hat die Dotcom-Blase gebraucht, bevor es zur Wirtschaftsrealität wurde. Das Metaverse wird einen ähnlichen Zyklus durchlaufen. Wer jetzt einsteigt, muss mit Rückschlägen rechnen – aber auch mit einer Branche, die in zehn Jahren eine ganz andere Rolle spielen wird. Wo sich im Metaverse Geld verdienen und Karriere machen lässt, zeichnen wir im Handelsblatt auf.

Die ganze Geschichte habe ich zusammen mit Thomas Jahn und Larissa Holzki für das Handelsblatt aufgeschrieben. Hier bekommen Sie einen ersten Eindruck.

Mit der Apple Vision Pro auf dem Kopf. Foto: Stephan Scheuer

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