Höttges' größte Wette: Die Telekom als KI-Rechenzentrum-Betreiber

Ein Projekt mit Nvidia soll nur der Anfang sein. Telekom-Chef Timotheus Höttges weicht vom bisherigen „Schuster bleib bei deinen Leisten'-Kurs ab. Was ihn antreibt und was auf dem Spiel steht.

Höttges' größte Wette: Die Telekom als KI-Rechenzentrum-Betreiber
Bild: KI-generiertes Symbolbild

Die Telekom will zum Betreiber eigener KI-Serverfarmen werden. Ein Projekt mit Nvidia soll nur der Anfang sein. Was Konzernchef Höttges antreibt – und was auf dem Spiel steht.

Für Telekom-Chef Timotheus Höttges sind Rechenzentren die größte Wette abseits des Kerngeschäfts. Er war es, der den Dax-Konzern auf den Netzausbau fokussiert hatte. “Schuster bleib bei deinen Leisten”, hatte er öffentlich betont und Ambitionen abseits von Mobilfunk und Festnetz eine Absage erteilt. Unter ihm hatte die Telekom ihr einst größeres Geschäft mit Rechenkapazitäten nicht mehr weiter ausgebaut.

Das ändert sich nun. Die Partnerschaft sei nur der Anfang, hatte Höttges im August betont. Im nächsten Schritt wolle die Telekom AI Gigafactories mit Unterstützung der EU bauen. Dazu gebe es bereits eine Partnerschaft mit dem Land NRW. Mit dem Energieversorger RWE liefen Gespräche.

Der kanadische Finanzinvestor Brookfield stehe als Geldgeber bereit. „Dieser Partner ist sehr engagiert und sehr daran interessiert, diese Gigafactory gemeinsam mit uns zu bauen“, sagte Höttges. Brookfield hatte bereits die Abspaltung des Funkturmgeschäfts der Telekom flankiert.

Noch ist allerdings offen, wie die Investoren der Telekom auf die neuen Ambitionen des CEO reagieren werden. Analyst James Ratzer von Newstreet Research warnte, dass in der Telekommunikationsbranche die Anleger sehr genau auf aktuelle Geschäftszahlen achteten. “Die Botschaft an die Investoren muss klar sein: Wer sind die Endkunden, wie hoch sind die Umsätze und die sieht die Finanzierung aus”, forderte Ratzer. Anderenfalls könnte der Aktienkurs der Telekom deutlich leiden.

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